Wichtige Rastplätze für die Indo-Pazifik Tümmler (Tursiops aduncus) um Hurghada , Ägypten

In den Riffgegenden wie Fanous West und Shaab el Erg verfolgen zahlreiche Touristenboote und Zodiacs die Delfine täglich während mehrerer Stunden (siehe Video unten). Die Boote fahren direkt in die Delfingruppen ohne Einhaltung eines Sicherheitsabstands. Die vielen Touristen springen direkt vom Boot in die Delfingruppen hinein.

Die aktuellen Angebote „Delfinbeobachtungen und Schwimmen mit Delfinen“ werden oft ohne Respekt gegenüber den wildlebenden Tieren angeboten. Verletzungsgefahr und Stress für die Delfine wird in keiner Weise berücksichtigt. Unaufmerksames Bootfahren ist nicht nur für die Delfine ein ernsthaftes Risiko, sondern auch für die Taucher eine Gefahr.

Es gibt ernsthafte Bedenken über die Auswirkungen des Tourismus auf Wale [1-3]. Studien zeigen, dass Delfine ihre Verhaltensaktivitäten, Geschwindigkeit und Bewegung, Stimmgebung und sogar ihre Gruppenstruktur als Folge der Anwesenheit von zu vielen Booten in unmittelbarer Nähe verändern [4-8]. Dies kann einen grossen Einfluss auf das Überleben dieser hochintelligenten Tier haben und dies sowohl einzelner Tiere als auch der ganzen Population [6]. Daten des Projekts „Dolphin Watch Natural Underwater Science“ zeigen, dass die Riffgebiete wie El Fanous, Abu Nugar and Shaab El Erg (Dolphin House) wichtige Rastplätze für die Delfine sind. Sie ruhen von den frühen Morgenstunden bis zum frühen Nachmittag und nutzen die Riffs als Schutz nach der nächtlichen Jagd im offenen Meer. Mittels Fotoidentifikation wurden 198 Indopazifische Tümmler (Tursiops aduncus) in der Gegend um Hurghada identifiziert. Die Störung durch die Boote kann eine ernsthafte Bedrohung sein, da die weiblichen Delfine ihre Kälber vor allem während der Ruhezeiten säugen. Eine Verringerung der Ruhezeit könnte auch die für das Säugen zur Verfügung stehende Zeit reduzieren und so zu einer tieferen Überlebenschance der Nachkommen führen [9].

Hurghada ist ein einzigartiger Ort, um Delfine in freier Wildbahn zu beobachten. Eine der grössten Herausforderungen des marinen Tourismus ist, Rentabilität und Schutz sowie erhalt der Lebensräume in Einklang zu bringen [10].

Nur ein gesundes marines Ökosystem kann die Nachhaltigkeit Hurghadas Tourismusindustrie gewährleisten. Daher sind unbedingt Massnahmen notwendig, negative Auswirkungen auf die Population der Indopazifischen Tümmler im Roten Meer zu verhindern. Es ist zwingend, dass geeignete Strategien entwickelt und durchgesetzt werden.

Referenzen

  1. Corkeron, P.J., Whale watching, iconography, and marine conservation. Conservation Biology, 2004. 18(3): p. 847-849.
  2. Bejder, L., S.M. Dawson, and J.A. Harraway, Responses by Hector's dolphins to boats and swimmers in Porpoise Bay, New Zealand. Marine Mammal Science, 1999. 15(3): p. 738-750.
  3. Constantine, R., D.H. Brunton, and T. Dennis, Dolphin-watching tour boats change bottlenose dolphin(Tursiops truncatus) behaviour. Biological conservation, 2004. 117(3): p. 299-307.
  4. Constantine, R., Increased avoidance of swimmers by wild bottlenose dolphins (Tursiops truncatus) due to long term exposure to swim with dolphin tourism. Marine Mammal Science, 2001. 17(4): p. 689-702.
  5. Christiansen, F., et al., Effects of tourist boats on the behaviour of Indo-Pacific bottlenose dolphins off the south coast of Zanzibar. Endangered Species Research. 11(1): p. 91-99.
  6. Bejder, L., et al., Interpreting short-term behavioural responses to disturbance within a longitudinal perspective. Animal Behaviour, 2006. 72(5): p. 1149-1158.
  7. Stockin, K.A., et al., Tourism affects the behavioural budget of the common dolphin Delphinus sp. in the Hauraki Gulf, New Zealand. Marine ecology progress series, 2008. 355(1): p. 287-295.
  8. Lusseau, D., Effects of tour boats on the behavior of bottlenose dolphins: Using Markov chains to model anthropogenic impacts. Conservation Biology, 2003. 17(6): p. 1785-1793.
  9. Stensland, E. and P. Berggren, Behavioural changes in female Indo-Pacific bottlenose dolphins in response to boat-based tourism. Marine ecology progress series, 2007. 332: p. 225-234.
  10. Giannecchini, J., Ecotourism: new partners, new relationships. Conservation Biology, 1993. 7(2): p. 429-432.

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